Mittwoch, 24. Oktober 2007

Besuch aus Deutschland!

Endlich ist er da, der langerwartete Besuch aus Deutschland. Ephraim wird die nächsten vier Wochen hier mit mir verbringen, und wurde tatsächlich auch gleich mit strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen von bis zu 29 Grad empfangen (also irgendwie kann sich das Wetter hier nicht so entscheiden; ist es nun Sommer, Herbst oder Winter?). Das haben wir ausgenutzt, um uns den Botanischen Garten von Montreal anzusehen, der wirklich einen Besuch wert ist. Die Herbstfarben sind immer noch sehr schön, und neben Pflanzen konnte man auch die Insekten im Insectarium bewundern und eine Ausstellung chinesischer Laternen, die natürlich erst nachts richtig zur Geltung kommen. Dabei konnte ich gleich meine neue Digitalkamera ausprobieren und bin eigentlich sehr zufrieden!

man beachte: ein Foto gegen die Sonne!

Turm des Olympia-Stadiums

Ephraim (auch gegen die Sonne fotografiert)

Herbstfarben

wir beide

Sonntag, 14. Oktober 2007

Frühling, Sommer, Herbst und Winter?

Nicht in Kanada! Als ich mich noch vor kurzem über die Ankunft des Herbstes erfreute, habe ich mich arg getäuscht. Hier gibt es gar keinen Herbst, es heißt ja auch nicht umsonst "Indian SUMMER". Und wenn der vorbei ist, kommt der Winter. Für mich hat der Winter nach dem Thanksgivingwochenende, also letzte Woche, angefangen. Bin ich froh, dass ich mir schon eine warme Mütze zugelegt hatte! Jetzt fehlen nur noch die Handschuhe und der warme Wintermantel, aber die werden ja in einer Woche aus Leipzig eingeflogen!
Trotz der Kälte hatte ich mich heute auf ein neues Outdoor-Erlebnis eingelassen und habe mich zusammen mit Laura aus Frankreich einem Tagestrip in die USA angeschlossen, in die Adirondack Mountains. Obwohl ich mich in sechs Kleidungsschichten (inklusive Fliespullover und winddichter Jacke) gehüllt hatte, habe ich gefroren wie schon lange nicht mehr. Das hat sich zwar zwischendurch beim Wandern immer mal wieder in Schwitzen umgewandelt, aber sobald es nicht die ganze Zeit bergauf ging oder man mal für ein paar Minuten den Ausblick genießen wollte, ging das Bibbern wieder los. Das Wetter war leider nicht so toll, es war sehr wolkig und windig, und geschneit hat es heute auch - mein erster Schnee in Kanada! Äh, stimmt ja gar nicht. Ich war ja in den USA! Aber was soll's, es war auf jeden Fall der erste Schnee für mich in diesem Jahr!
Trotzdem konnte man noch schön die bunten Wälder sehen, auch wenn diese schon langsam alle ihre Blätter verlieren.
Nebel beim Aufstieg

Es schneit! Und auf den angrenzenden Bergen bleibt der Schnee sogar liegen!


Unsere Gruppe: ein Spanier, eine Britin, eine Französin (Laura), eine einzige Kanadierin, eine Deutsche, eine Bulgarin.


Das war der erste Gipfel, den wir erklommen hatten - sieht ganz schön klein aus von hier oben!


Wenn doch nur die Sonne ganz rauskäme...


Viele Bäume verlieren leider schon ihre Farbenpracht, schade!


Die Adirondack Mountains erstrecken sich in alle Himmelsrichtungen, soweit das Auge reicht!

Montag, 8. Oktober 2007

Thanksgiving in Toronto

Auch bei uns war an diesem Wochenende Erntedankfest! "Thanksgiving" bedeutet hier hauptsächlich ein verlängertes Wochenende mit einem Truthahn-Festessen. Ich habe die Zeit genutzt, um mich mit Christiane in Toronto zu treffen (der Weg nach Toronto ist wirklich sehr weit, unter sechseinhalb Stunden mit dem Auto ist gar nichts zu machen!). Wir hatten ein wunderschönes Wochenende mit Sightseeing und viel Spaß, vor allem mit unseren neuen kanadischen Freund Ozel. Dieser hat uns freundlicherweise in seinem absolut leeren Apartment beherbergt, in das er erst diese Woche eingezogen war. Außer einer Einbauküche und einem einzigen Bett gab es tatsächlich nichts, dafür war die Gastfreundschaft umso reichhaltiger. Am Sonntag hat er uns sogar ein echt kanadisches Thanksgiving Dinner gezaubert - Truthahn mit Preiselbeersauce und Sweet Potatoes. Es war unglaublich lecker!









Nun bin ich wieder in Montreal und versuche, mich an den plötzlichen Temperatursturz zu gewöhnen. Heute nachmittag in Toronto waren es noch schwüle und schwitzige 29 Grad, hier in Montreal dann auf einmal nur noch 11! Bibber!

Montag, 1. Oktober 2007

Segeln

Der Bürgermeister von Montreal hat in der letzten Woche alle internationalen Studenten kostenlos in die größten Ausstellungen Montreals eingeladen. Wir haben es gar nicht geschafft, uns alles anzusehen. Aber so einiges war schon bemerkenswert. Zum Beispiel die Chinesischen Laternen im Botanischen Garten. Oder die Spinnen im Insektarium (davon sende ich lieber kein Foto, ich will ja niemanden ärgern).


Gestern habe ich mich im Segeln ausprobiert. Das hat echt Spaß gemacht in den kleinen Zwei-Mann-Booten. Nur der Wind hätte ein bisschen stärker sein können!

Donnerstag, 27. September 2007

Bilder vom Wochenende

Hier, wie versprochen, einige Fotos der schönen Farbenpracht in den Laurentinischen Bergen!

Sonntag, 23. September 2007

Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da!

Naja, der Begriff "Indian Summer" passt tatsächlich besser zu der kanadischen Jahreszeit als "Herbst". Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel, bunte Bäume - das alles in Verbindung mit kurzen Hosen, Sonnenbrand und Mitternachtsbaden (klingt doch wie Sommer, oder?).
Nach meiner ersten Klausur, die eigentlich ganz gut verlief, habe ich das Wochenende mit dem McGill Outdoor Club verbracht. Dieser besitzt ein Haus in der Nähe eines Naturparks, in dem man herrlich wandern, schwimmen, klettern, Kanu fahren usw. kann. Wandern waren wir heute den ganzen Vormittag auf dem Berg im Hintergrund auf dem Foto. Schwimmen waren wir nachts im See, der auch auf dem Foto zu sehen ist. "Skinny Dipping", Nacktbaden, wird hier als eine sehr aufregende Sache angesehen und von allen Seiten mit ungläubigen Staunen kommentiert. Auch das Klettern ist nicht zu kurz gekommen, allerdings in etwas abgewandelter Form. Statt eines Felsens galt es beim "Body Boulder" vor dem Publikum in abendlich angeheiterter Stimmung einen menschlichen Körper von hinten zu erklimmen, über die Schulter zu klettern, sich dann kopfabwärts nach unten gleiten zu lassen, um zwischen den Beinen der Person hindurch wieder in Ausgangsstellung zu gelangen. Ein bizarrer und unterhaltsamer Ablauf, der beiden Personen einiges an Kräften abverlangt!
Da ich die bunten Landschaften hauptsächlich mit einer fremden Kamera aufgenommen habe, werde ich im Laufe der Woche sicherlich noch ein paar Fotos hochladen. Bis dahin, liebe Grüße!

Samstag, 15. September 2007

Eine Woche im Leben der Antonia M.

Die letzte Woche in Montreal ist nichts Großartiges passiert, nichts Aufregendes oder besonders Spannendes. Aber trotzdem ist es interessant, wie einen so die kleinen Hürden, Hindernisse und Ereignisse des Alltags beschäftigen können.
Am Montag habe ich mich in dem einzigen Laienorchester vorgestellt, dass ich hier finden konnte. Wider Erwarten war der Prozentsatz der Studenten relativ klein, so dass ich nun die Möglichkeit habe, auch mal waschechte ältere Kanadier kennenzulernen. Und die sind wirklich sehr nett - mein Willkommen war so warm und herzlich, das habe ich bisher in noch keinem Orchester oder Chor erlebt!
Am Dienstag habe ich meinen ersten Regen hier erlebt (sonst hatte der Regen spätestens morgens Platz für die Sonne und den blauen Himmel gemacht). Ich bin da ja nicht zimperlich, deswegen habe ich mich trotzdem nach der Uni aufs Fahrrad gesetzt und mich heimlich über die Leute lustig gemacht, die in den Häusern auf ein Ende des Regens warteten. Dabei war ich etwas leichtsinnig, denn ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich innerhalb der 10 Minuten Heimweg bis auf die Unterwäsche durchweichen würde und auch meine sonst wasserdichte Tasche nicht dichthält. Außerdem war es gar nicht leicht, sich gegen die Sturzbäche durchzusetzen, die mir entgegenflossen (ja, es gibt steile Straßen hier, auch wenn auf den Postkarten alles gerade und eben aussieht). Eine Minute vor dem Ziel musste ich aufgeben und mein Fahrrad schieben - vor lauter Regenwasser in meinen Augen konnte ich nichts mehr sehen!
Am Mittwoch habe ich, hoffentlich zum letzten Mal, meinen bisherigen Stundenplan über den Haufen geworfen, weil sich für mich die Möglichkeit ergab, doch noch an einem Kurs teilzunehmen, der mir vielfach empfohlen wurde. Dabei hat sich aber mein Stundenplan so verschoben, dass ich noch einen anderen Kurs umwählen musste ... gar nicht so einfach hier mit dem System. Ich wünschte, ich hätte mich eher mit einem der vielen Berater zusammengesetzt. Dann hätte ich gleich zu Beginn besser einschätzen können, welches Kursniveau dem meinen angemessen ist. So habe ich von zwei Kursen die ersten drei Vorlesungen verpasst und habe insofern einen unausgeglichenen Stundenplan, als dass nun (im Gegensatz zu vorher) alle drei Psychologiekurse sehr schwer sind und einen hohen Arbeitsaufwand mit sich bringen. Aber hey, ich will mich ja nicht langweilen hier! Und das erste Examen am Donnerstag in eben jenem Kurs, den ich erst einmal besucht habe, werde ich doch wohl locker schaffen! Ich habe ja nicht umsonst bisher etwa 300 $ in Bücher investiert!
Am Donnerstagabend habe ich hier ein sehr aufregendes Konzert erlebt. "Die Winterreise" von Schubert mit Christoph Prégardien in einem Arrangement mit Holzblasquintett und Akkordeon. Das war echt großartig, auch wenn es ungewöhnlich klingt!
So verging die letzte Woche schnell und erlebnisreich. Auch in der WG habe ich mich mittlerweile eingelebt, ein paar interessante Gespräche erlebt und mein Zimmer durch wiederholtes Umräumen und Einrichten sehr viel wohnlicher gemacht. Nur die Wände sind noch sehr kahl und weiß, aber auch das wird sich mit der Zeit ändern, wenn ich die vielen Postkarten aufhänge, die nach und nach aus Deutschland eintrudeln werde. Und dass mein Zimmer so bald schön bunt und fröhlich wird, daran glaube ich ganz fest (-: !